Wuhan Corona-Virus

Das ist schon verrückt: Da studiere ich in Wuhan, einer Stadt in China, die in Deutschland kein Mensch kennt, und plötzlich ist diese Stadt überall in den Nachrichten, weil in Wuhan das neuartige Corona-Virus ausgebrochen ist. Aber macht euch keine Sorgen, mir geht es gut!

Ich erhalte in diesen Tagen sehr viele besorgte Nachrichten von Freunden und Familie, die von der Epidemie in Wuhan und inzwischen weiteren Teilen Chinas und der Welt gehört haben. Kein Wunder, die Nachricht ist ja inzwischen auch international in den Schlagzeilen. Aber ich kann euch beruhigen, ich verbringe meine Ferien und das chinesische Neujahr weit weg von Wuhan auf dem Dorf in Yunnan. Hier habe ich von dem Virus nichts zu befürchten und ich werde auch vorerst in Yunnan bleiben. Meine Reisepläne für andere Teile Chinas habe ich fürs Erste aufgegeben und von meiner Uni in Wuhan habe ich eine Mail erhalten mit der Aufforderung, nicht vor dem 14.2., dem Registrierungstermin für das neue Semester, nach Wuhan zurückzukehren. Je nachdem, wie sich die Situation entwickelt, könnte der Semesterbeginn noch nach hinten verlegt werden. Ich bleibe also erst einmal im warmen, sicheren Yunnan und genieße meine Ferien, während in Wuhan die Hölle los ist.

Die Zahlen der Erkrankten steigen stündlich und nach jetzigem Stand hat das Virus insgesamt 17 Todesopfer gefordert. Das neue Virus 2019-nCoV ist mit dem gefürchteten SARS Virus verwandt und ist eingeschränkt von Mensch zu Mensch übertragbar. Seit heute Morgen, dem 23.1.20, ist Wuhan abgeriegelt, es fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr und selbst die Autobahnen sind gesperrt. Von meinen Freunden, die noch in Wuhan sind bekomme ich mit, wie sehr sie durch das Virus eingeschränkt sind. Mein Wohnheim verteilt kostenlos Masken und ruft zum täglichen Fiebermessen an der “Rezeption” des Wohnheims auf, außerdem muss sich jeder registrieren, der das Wohnheim verlässt. Eben habe ich eine Nachricht gelesen, derzufolge die Air Force heute Desinfektionsmittel über die Stadt gestreut hat. Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, drinnen zu bleiben, das Haus nur mit Maske zu verlassen und auf äußerste Hygiene zu achten. Die Regierung versucht mit aller Kraft, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Einige Staaten haben bereits Einreiseverbote für Reisende aus Wuhan verhängt. Die Situation klingt ernst, aber ich habe nicht das Gefühl, mir in meiner Situation Sorgen machen zu müssen.

Ich bin sehr froh, nicht in Wuhan zu sein und bekomme hier in Yunnan abgesehen von den besorgten Nachrichten meiner Freunde nichts von dem Virus mit. Meine Gedanken sind bei allen, die nun in Wuhan ausharren müssen und ich hoffe sehr, dass sich die Situation bald beruhigt und ich mein neues Semester planmäßig antreten kann. Bis dahin halte ich die Daumen gedrückt. Bitte macht euch keine Sorgen um mich.

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